Entscheidungshilfe zum Dialyseverfahren

Ihre Bedürfnisse entscheiden

Ich fahre lieber 3 Tage in der Woche in ein Dialysezentrum, um bei der Therapie betreut zu werden.
  
Meine Therapie mache ich lieber eigenständig zuhause.
Zu meinem Dialyse-Arzt gehe ich nur alle 4-6 Wochen, aber bei Problemen ist er jederzeit für mich erreichbar.
Wie häufig muss ich zum Dialysearzt?
Bei der Hämodialyse muss man dreimal in der Woche das Dialysezentrum zu festen Zeiten anfahren. In der Peritonealdialyse geht man nur alle 4-6 Wochen zur Kontrolle der Blutwerte zum Zentrum. Bei Fragen oder Problemen ist das Zentrum aber jederzeit als Ansprechpartner im Hintergrund.

Ich möchte Obst und Gemüse weiter ohne Einschränkung essen und auch die Trinkmenge möglichst selber bestimmen.
  
Ich kann mit täglichen Einschränkungen bei der Ernährung und der Flüssigkeitsmenge umgehen.
Kann ich mich weiter so ernähren wie bisher?
Da in der Hämodialyse das Blut nur dreimal die Woche gereinigt und überschüssiges Wasser entfernt wird, muss man in der Zeit dazwischen mit Flüssigkeit und bestimmten Lebensmitteln (vor allem Obst/Gemüse) vorsichtig sein. Bei der Peritonealdialyse wird das Wasser und die Giftstoffe kontinuierlich entfernt. Dadurch hat man kaum Einschränkungen bei der Ernährung.

Ich lasse mir lieber nur 3 Mal die Woche das überschüssige Wasser und die Giftstoffe entfernen, damit ich nicht täglich an meine Krankheit erinnert werde.
  
Die Krankheit ist ohnehin immer präsent. Eine tägliche Entfernung des überschüssigen Wassers und der Giftstoffe ist mir wichtiger.
Hierzu gibt es keine Therapieinformation.

Ich investiere die 16 Stunden pro Woche in meine Therapie lieber flexibel in Abschnitte von 4 mal einer halben Stunde am Tag und bin ansonsten unabhängig.
  
Ich investiere die 20 Stunden pro Woche in die Therapie lieber konzentriert an 3 Tagen, mit einem fest vorgegebenen Terminplan durch das Dialysezentrum, und bin an 4 Tagen unabhängig.
Welche Therapie kostet mich mehr Zeit?
Nierenversagen ist eine chronische Krankheit. Die Therapie und die Symptome werden nach Therapiestart immer für Sie präsent sein. Manche Patienten bevorzugen es dreimal die Woche die Blutreinigung vorzunehmen, um an den Tagen dazwischen keine Dialyse machen zu müssen. Dabei müssen Sie 4-5 h pro Tag reine Dialysezeit rechnen zzgl. der An- und Abfahrt von ca. 1h am Tag. Die anderen 4 Tage führen Sie keine Dialyse durch. Allerdings müssen Sie immer täglich Ihre Arzneimittel einnehmen und der Körper muss mit den Wassereinlagerungen und der Belastung mit Harnstoffen zwischen den Therapietagen zurecht kommen. Bei der PD führt man den Beutelwechsel 3-4 mal täglich für jeweils ca. 30 Minuten durch, hat dadurch aber eine konstante Entgiftung und Wasserentfernung. Die Wechsel lassen sich dabei in den normalen Tagesablauf integrieren . Viele Patienten berichten, dass Sie sich unter PD fitter und aktiver fühlen.

Ich möchte die Therapie so planen, dass ich meine Freizeit meinen Hobbies, Sport oder der Familie und Freunden widmen kann.
  
Ich finde den regelmäßigen Kontakt zu anderen Patienten gut und wende dafür gerne einen Teil meiner Freizeit auf.
Hierzu gibt es keine Therapieinformation.

Ich kann notfalls nur Teilzeit arbeiten und die Arbeit ist mir nicht so wichtig.
  
Ich möchte trotz meiner Erkrankung weiter arbeiten und meine beruflichen Ziele verfolgen.
Hierzu gibt es keine Therapieinformation.

Ich plane meine Urlaubsreisen immer mit viel Vorlauf, da ist es kein Problem, eine Urlaubsregion mit einer Dialyse zu finden, in die ich drei Tage die Woche gehen kann.
  
Ich möchte meine Urlaubsreisen unabhängig von festen Dialysezeiten im Zentrum genießen.
Kann ich weiter Urlaub machen?
Urlaub ist bei beiden Therapien möglich. Im Falle der Hämodialyse muss man einen Urlaubsort mit Dialyse in der Nähe finden, mit ausreichender Kapazität, um Urlaubspatienten zu betreuen. Dafür braucht es manchmal längeren Vorlauf und man muß die Dialyse oft von weiter entfernt anfahren. PD wird in der Regel an das Hotel im Urlaubsort geliefert und man kann dort im Zimmer die Dialyse wieder in 30 minütigen Abschnitten in den Tagesablauf einbauen.

Ich kann mir nicht vorstellen, auf Dauer einen kleinen Katheter im Bauch zu haben.
  
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mir 3 mal pro Woche mit einer oder zwei Dialysenadel/-n in den Arm sticht.
Was brauche ich für einen Zugang, um die Therapien durchzuführen?
Für die HD wird Ihnen in einer kleinen Operation am Arm eine Arterie und eine Vene verbunden. In diesen sogenannten Shunt werden an den Dialysetagen jeweils zwei Nadeln gestochen. Eine zum Abtransport des Blutes zum Filter, eine zum Rücktransport. Im Rahmen einer PD wird Ihnen vor Therapie in einer kleinen Operation ein weicher Plastikschlauch durch die Bauchdecke ins Peritoneum gelegt. Dieser heilt dort ein und wird für den Flüssigkeitstausch verwendet. Zwischen den Therapien wird der Schlauch bequem unter der Kleidung verborgen.

Ich glaube, dass ich ein einfaches Dialyse-Verfahren gut lernen kann, wenn man mir es gründlich beibringt. Dann bin ich unabhängiger.
  
Ich möchte mich lieber von Dialysepersonal behandeln lassen, auch wenn mich das abhängiger von anderen macht.
Hierzu gibt es keine Therapieinformation.

Ich bin unsicher und hätte Angst, bei einem Heimverfahren eine Infektion zu bekommen.
  
Ich will selbst die Verantwortung für meine Therapie übernehmen und nicht von anderen Menschen abhängig sein. In einem Dialysezentrum kann auch etwas passieren.
Bin ich in der Lage die Heimtherapie zu erlernen? Ich habe Angst, dass ich mir selber eine Infektion beibringe.
In der Regel können fast alle Patienten die Heimtherapie erlernen. Sie werden von dem Dialysezentrum gründlich geschult und es besteht Aufgrund der Verbesserung der Produkte heutzutage nur noch selten das Risiko einer Bauchfellentzündung. Viele Patienten lassen sich von dieser Angst abschrecken und vertrauen lieber auf das Fachpersonal im Dialysezentrum. Das ist zwar eventuell bequemer für die Therapiedurchführung, aber auch hier treten ähnlich häufig Infektionen auf.

Ihr Ergebnis zur Peritonealdialyse (PD, Bauchfelldialyse)

10-20 Punkte:
Ihre Zuordnung zu den verschiedenen Aussagen zeigt, dass die Peritonealdialyse in der Mehrzahl der verschiedenen Therapieaspekte stark Ihren persönlichen Vorstellungen entspricht und am ehesten zu Ihrem privaten Lebensumfeld und –rhythmus passt. Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, wie diese Therapie für Sie umgesetzt werden kann.

5-10 Punkte:
Ihre Zuordnung zu den verschiedenen Aussagen zeigt, dass Sie keine klare Zuordnung zu einer Therapieform haben. Je nachdem welcher Punktwert höher ist (PD oder HD) tendieren Sie aber zu einer Therapie. Sie sollten gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt weitere Informationen zu den Therapieverfahren bewerten, um Ihre Entscheidung besser zu unterstützen.

0-5 Punkte:
Die Peritonealdialyse entspricht kaum Ihren persönlichen Vorstellungen.


Ihr Ergebnis zur Hämodialyse (HD, Blutwäsche)

10-20 Punkte:
Ihre Zuordnung zu den verschiedenen Aussagen zeigt, dass die Hämodialyse in der Mehrzahl der verschiedenen Therapieaspekte stark Ihren persönlichen Vorstellungen entspricht und am ehesten zu Ihrem privaten Lebensumfeld und –rhythmus passt. Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, wie diese Therapie für Sie umgesetzt werden kann.

5 - 10 Punkte:
Ihre Zuordnung zu den verschiedenen Aussagen zeigt, läßt keine klare Aussage zu, welche Therapieform ihren persönlichen Vorstellungen eher entspricht. Je nachdem, welcher Punktwert bei Ihnen höher ist (PD oder HD Wert), tendieren Sie aber zu einer Therapie. Sie sollten gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt weitere Informationen zu den Therapieverfahren bewerten, um Ihre Entscheidung besser zu unterstützen.

0-5 Punkte:
Die Hämodialyse entspricht kaum Ihren persönlichen Vorstellungen.