Eine Reise nach England oder: Wenn der Pub als PD-Lager dient …

Patientenporträt von Angelika C.

Ich hatte sehr große Bedenken, diese Reise zu machen – natürlich völlig unnötig“, sagt Angelika C. rückblickend. „Ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Kartons mit den PD-Lösungen tatsächlich rechtzeitig in meinem Ferien-Cottage in den Cotswolds – das ist in der Nähe von Oxford – ankommen würden.“

Ein wenig logistischer Aufwand war natürlich nötig:

Etwa 6 Wochen vor der Reise rechnete sie aus, wie viele Beutel sie für den zweiwöchigen Aufenthalt benötigen würde. Baxter kümmerte sich dann um pünktliche Lieferung. Eine kleine Hürde gab es allerdings: „Unser Cottage war natürlich zum Zeitpunkt der Lieferung noch vermietet und die Mieter wären wohl ‚not amused‘ gewesen, hätte man ihnen das Haus mit Baxter-Kartons vollgestellt“, lacht die 62-Jährige. „Ich hatte aber vorher schon mit dem Vermieter telefoniert und mit ihm ausgemacht, dass die Kartons bis zu meinem Eintreffen in seinem Pub in der Gegend zwischengelagert werden konnten. Das hat perfekt geklappt: Als wir ankamen, hatten er und ein paar Angestellte uns die Kartons sogar schon geliefert, sodass ich mich um gar nichts mehr kümmern musste, außer
natürlich ums Dialysieren.“ Und das klappte problemlos – wie zu Hause auch. Vier Beutelwechsel am Tag führt die Patientin in der Regel durch. „Manchmal habe ich aber auch morgens einen Beutel Extraneal genommen, das ja länger im Körper verbleibt – so konnten wir dann auch ausgedehnte Tagesausflüge, z. B. nach Wales, unternehmen.“ Neben der Liebe für Land und Leute gab es noch einen Grund für die Wahl des Urlaubslandes: „Als Englischlehrerin spreche ich Englisch fast so gut wie Deutsch – wenn ich irgendwelche Probleme gehabt hätte, hätte mir das große Sicherheit gegeben.“

Zum Reisezeitpunkt war sie seit einem halben Jahr dialysepflichtig.

Wie es dazu kam? „Vor ungefähr 14 Jahren fiel mir auf, dass ich im Liegen Herzrasen bekam und bin zu meinem Hausarzt gefahren. Der stellte fest, dass mein Blutdruck extrem hoch war. Trotz unterschiedlicher Medikamente zeigte sich keinerlei Besserung. Daraufhin hat mein Arzt eine Ultraschalluntersuchung meiner Nieren gemacht und schickte mich umgehend ins Krankenhaus. Dort war man zunächst ratlos, überwies mich dann aber zu einem Nephrologen, der ziemlich schnell eine erblich bedingte polyzystische Nierenerkrankung diagnostizierte. Diese Erkrankung schritt leider schneller voran als zunächst prognostiziert. Es wurde mir nämlich eine Dialysebehandlung mit etwa 80 Jahren in Aussicht gestellt, nun war ich erst 61 Jahre und musste mich schon jetzt mit dieser Behandlung anfreunden.“ Und wie klappte der PD-Start? „Zugegeben: Zu Beginn war ich sehr unsicher und hatte große Angst davor, einen Fehler zu machen und dann auf der Stelle tot umzufallen“, erinnert sie sich. „Aber ich bin sehr schnell ziemlich sicher im Umgang mit der Dialyse geworden.“ Einen großen Anteil daran hatte auch das Team des Dialysezentrums im Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf: „Dort wurde ich sehr umfassend aufgeklärt und im Umgang mit der PD fit gemacht.“ Ein Lichtblick, denn die vorherigen Erfahrungen waren nicht ganz so positiv: „Als ich anfing, mich selber über Dialyse zu informieren, wusste ich schon, dass PD eigentlich das einzig Richtige für mich wäre. Ich bin echt kein Typ dafür, dreimal pro Woche fünf Stunden HD über mich ergehen zu lassen – von den Nadeln und Kanülen ganz zu schweigen!

Ich habe dann bei meinem damaligen Nephrologen auch um Informationen zur PD gebeten, aber da hieß es immer nur: ‚Machen wir nicht, ist bei Ihnen wegen Übergewichts sowieso unmöglich.‘ Erst im Dominikus fühlte ich mich dann gut aufgehoben und habe meine Entscheidung für die PD nicht bereut. Nur so ist mir ein relativ flexibles Leben mit Berufstätigkeit und natürlich Urlaubsreisen weiterhin möglich.“

Was würde sie PD-Patienten raten, die Bedenken haben, eine Reise zu unternehmen?

„Sprechen Sie mit Baxter, organisieren Sie gemeinsam vorher alles Notwendige und dann: tun Sie’s einfach! Springen Sie ins kalte Wasser – es wird ganz schnell warm!“