Dialyse-Patient Volker Blum macht Mut

Bauchfelldialyse und Reisen, Baxter Patienteninformation
Volker Blum mit seiner Frau „on tour“ in den Alpen
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Geschafft! Volker Blum erreicht den Markusplatz in Venedig
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Volker Blum auf Tour

Mit PD-Katheter zu Fuß über die Alpen

Das ist selbst für trainierte und erfahrene Wanderer eine anspruchs- volle und nicht zu unterschätzende Tour – aber für eine Peritonealdialyse (PD)-Patienten?
Nahezu unmöglich. Einer ließ sich davon nicht beeindrucken: Volker Blum, PD-Patient aus München.

32 Tage, 628 km Wegstrecke, 3.500 Höhenmeter, 10 kg Marschgepäck – das sind die trockenen Zahlen rund um eine unglaubliche Leistung. Dialysepatient Volker Blum aus München startete im April 2009 zu seiner Alpenüberquerung. Im Schlepptau hatte er seine Frau, die ihn im Wohnmobil  begleitete – dort führte er während der Tour seine täglichen Beutelwechsel durch und bewahrte alles Dialysezubehör auf. Den Weg bewältigte er – bis auf drei Etappen per Fahrrad – komplett zu Fuß und kam am 24. Mai 2009 wie geplant auf dem Markusplatz in Venedig an.

„Ich wollte mit dieser Alpenüberquerung anderen Betroffenen zeigen, dass das Leben auch mit der Diagnose Dialyse nicht vorbei sein muss.“ Außerdem liege es ihm am Herzen, mit der Peritonealdialyse (PD) eine Therapieoption in den Fokus zu rücken, die in Deutschland noch viel zu wenig Menschen bekannt ist. Und das, obwohl sie vielen Dialysepatienten einen flexibleren Alltag und eine höhere Lebensqualität bietet, als dies mit Hämodialyse (HD) möglich wäre.

Volker Blum blickte auf eine lange Krankheitsgeschichte zurück. Mit 13 Jahren zog er sich beim Fußballspielen einen Kniescheibenbruch zu, der aber nicht direkt erkannt und monatelang verschleppt wurde. Erst ein halbes Jahr später wurde die Verletzung behandelt – bei einer begleitenden Blutuntersuchung wurde Diabetes mellitus festgestellt. Seit seinem 30. Lebensjahr hat Volker Blum schon mit ersten Begleiterkrankungen des Diabetes zu kämpfen. Im Mai 2005 schließlich die Diagnose: Chronische Niereninsuffizienz – Dialysepflicht!

Sein Arzt klärte ihn direkt nach der Diagnosestellung über verschiedene Dialysemöglichkeiten auf, Volker Blum entschied sich für die PD – eine Wahl, die er nie bereut hat. Was er besonders schätzte?
„Ganz klar die bessere Lebensqualität und die Möglichkeit, auch weiterhin meinem Beruf nachzugehen und – natürlich – zu reisen.“
 
Dabei ist ihm alles Ungewöhnliche gerade gut genug: Volker Blum entschied sich zu einer vierwöchigen Wohnmobil-Tour durch die USA, seine Erlebnisse erzählte er in seinem Online- Tagebuch.

Zu den Dialysepatienten gehört Volker Blum nun nicht mehr – denn seit kurzem lebt er mit einer transplantierten Niere. Seit sechs Jahren stand er auf der Warteliste und hätte sogar schon einmal ein Spenderorgan bekommen können.

„Vor zwei Jahren hatte ich schon einmal den Anruf bekommen, dass ich mich nun transplantieren lassen könnte. Da hab ich mir aber gedacht, ich komme gerade mit der Dialyse so gut zurecht, das verschiebe ich die Transplantation lieber noch nach hinten, denn so ein Organ hält ja auch nicht ewig.“

Nun also entschied er sich dann doch für die Transplantation.
„Ich wollte das Schicksal auch nicht herausfordern – wer weiß, wann der nächste Anruf gekommen wäre.“

Die Operation selbst verlief allerdings nicht ganz komplikationslos. Als Diabetiker sollte ihm gleich die Bauchspeicheldrüse mit transplantiert werden. Das Spenderorgan wurde aber vom Körper nicht akzeptiert und musste nach kurzer Zeit wieder entfernt werden. Volker Blum ist also weiterhin auf künstliches Insulin angewiesen.

Die Niere aber tut ihren Dienst. „Das ist schon ein anderes Leben und eine große Erleichterung.“ Worüber er besonders froh ist? „Ganz klar: Dass ich mich von vornherein für die PD entschieden habe
– für mich war das die ideale Lösung, um die Zeit bis zur Transplantation zu überbrücken.“

Viele Änderungen also in Volker Blums Leben. Das Einzige, das sich trotz Transplantation nicht ändern wird, ist sein Engagement für die PD. „Wir müssen einfach irgendwann den Punkt erreichen, an dem jeder Nierenpatient nicht nur über Hämodialyse (HD), sondern auch über die PD aufgeklärt wird und die Chance bekommt, diese Therapieform auch zu nutzen.“