Fragen und Antworten: Die Hämodialyse (HD)

Hämodialyse Maschiene
Hämodialyse (HD) Behandlung

Wenn ein Patient sofort eine Dialyse braucht, muss ein vorläufiger - temporärer - Gefäßzugang geschaffen werden. Dies geschieht in Form eines flexiblen kleinen Plastikschlauches, der in ein großes Blutgefäß eingeführt wird - entweder unter dem Schlüsselbein oder im unteren Halsbereich (Jugular- oder Subclavia-Katheter). Alternativ kann dieser Zugang auch in der Leistengegend angelegt werden. Diese kleinen Schläuche können infolge der Infektionsgefahr nur vorübergehend benutzt werden, bis ein permanenter Zugang gelegt ist.

Alle Venen haben weiche Wände, die nachgeben und sich verschließen würden, wenn sie permanent für die Dialyse eingesetzt würden. Damit die Hämodialyse auf Dauer möglich ist, muss bei Ihnen eine kleine Operation vorgenommen werden: Chirurgisch wird ein Gefäßzugang angelegt, indem gewöhnlich im Bereich des Unterarms eine Vene und eine Arterie verbunden werden (Fistel bzw. Shunt genannt). In besonderen Fällen wird eine weiche, künstliche Vene (ein Transplantat) an der Innenseite des Armes oder Oberschenkels eingesetzt. Diesen Zugang zur Blutreinigung nennt man “Gefäßzugang”. Beide Zugangsarten befinden sich innerhalb des Körpers. Es gibt keine Schläuche außerhalb des Armes oder Beines. Zu Beginn der Dialyse ist unter Umständen das Einlegen eines zentralen Venenkatheters notwendig, dieser wird jedoch entfernt nachdem der chirurgisch angelegte Gefäßzugang geheilt und funktionsfähig ist.

Viele Menschen haben Angst, dass die Dialyse schmerzhaft ist. Dies ist aber nicht der Fall. Das Einstechen der Nadeln in die Venen kann ein kurzfristiges Unbehagen hervorrufen, aber das Reinigen des Blutes selbst ist nicht schmerzhaft. Während der Behandlungen können Sie lesen, fernsehen, schreiben, handarbeiten, sich unterhalten oder ausruhen.

Wenn die Schnitte verheilt sind können Sie normal baden oder duschen, Ihren Arm oder Ihr Bein für ganz normale Aktivitäten wie Haus- und Gartenarbeit oder Sport nutzen. Sie sollten allerdings alles vermeiden, was Druck auf den Gefäßzugang ausübt, da eine Erhöhung des äußeren Drucks zu einer Blutgerinnung führen könnte. Lassen Sie sich am Arm mit dem Gefäßzugang von niemandem Blut entnehmen oder Ihren Blutdruck messen. Schonen Sie ihn für die Dialyse. Vermeiden Sie beim Schlafen, dass Ihr Kopf auf dem Gefäßzugang liegt, drücken Sie in diesem Bereich kein Kind an sich und tragen Sie dort keine Armbanduhr oder einengende Kleidung.

Es gibt Dialyse-bedingte Probleme und Komplikationen, die in aller Regel gut beherrschbar sind. Es kann zu Shuntverschlüssen durch die Bildung von Blutgerinnseln kommen und auch das Risiko von Infektionen am Shunt oder an dem zentralen Zugang ist vorhanden. Es ist daher wichtig, den Shuntbereich täglich zu überprüfen, um zu kontrollieren, ob der Blutfluss vorhanden ist. Entweder wird an der entsprechenden Stelle durch leichtes Berühren der Puls gefühlt oder der Blutfluss wird mit Hilfe eines Stethoskops abgehört. Jede Rötung, jedes Nässen oder sonstige Anzeichen einer Infektion sollten Sie schnellstmöglich mitteilen. Jeder Patient bekommt seine eigenen Nadeln, sein Schlauchsystem und seinen Filter als Einwegmaterial, das nur für eine Behandlung verwendet wird. Da Ihnen deshalb wahrscheinlich kein Blut von anderen Menschen übertragen wird und Ihr Blut nie das von anderen berührt, besteht nur ein geringes Risiko, eine Infektionskrankheit aufgrund der Hämodialyse zu bekommen. Pflegekräfte und Techniker tragen während der Behandlungen im Allgemeinen Handschuhe und manchmal Mundschutz zum eigenen Schutz und zum Schutz des Patienten vor möglichen Krankheiten wie z. B. Hepatitis oder AIDS. Das HD-Personal ist sorgfältig geschult worden, damit keiner der Beteiligten einem solchen Risiko ausgesetzt wird.

Während der Dialyse sind die Nadeln sicher festgeklebt, damit sie nicht herausrutschen. Am Ende der Behandlung werden die Nadeln entfernt. Wie nach einer Blutentnahme wird mit einem Gazetupfer auf die Zugangsstelle gedrückt bis jegliche Blutung aufhört. Dann wird ein Pflaster angebracht.

HD-Patienten dürfen reisen, dies sollte im Vorfeld aber gut geplant werden. Ihr Dialyseteam kann einen Behandlungsplan für Dialysezentren in anderen Städten oder sogar in anderen Ländern aufstellen. Es gibt keinen Grund, warum Sie wegen der Dialysebehandlung auf das Reisen verzichten müssen.

Setzen Sie sich mit Ihrem Dialysezentrum in Verbindung. Hier erhalten Sie Telefonnummern, wo Sie rund um die Uhr Hilfe bekommen. Man informiert Sie, was Sie selbst zu Hause tun können. Meistens brauchen Sie außerhalb der normalen Dienstzeiten nicht extra zum Dialysezentrum zu kommen. Mit der Zeit nehmen Ihr Selbstvertrauen und Ihre Erfahrung zu, so dass Sie lernen, wann Sie Ihr Hämodialyse-Team anrufen müssen.

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