Fragen und Antworten: Die Nierentransplantation

Nierentransplantation

Wenn Sie in die Liste der Transplantatempfänger aufgenommen werden möchten, sollten Sie dies mit Ihrem nephrologischen Team besprechen. Das Team wird überprüfen, ob Sie als potenzieller Empfänger geeignet sind. Bevorzugt werden Patienten, die die Therapieanweisungen, den Ernährungsplan und die Flüssigkeitsaufnahme genau befolgen. Sie werden komplett durchgecheckt, um festzustellen, ob Ihr Gesundheitszustand eine Transplantation erlaubt.

Die Wartezeit auf ein Nierentransplantat hängt von mehreren Faktoren, wie z. B. die Anzahl der gerade erhältlichen Spendernieren, Ihrer Blutgruppe und des Gewebetyps sowie Ihres generellen Gesundheitszustandes, ab. Das bedeutet, dass Patienten, die auf ein Transplantat warten, nicht entsprechend Ihrer Wartezeit berücksichtigt werden, so dass der ein oder andere länger auf ein passendes Transplantat warten muss.

Es gibt zwei Quellen für Nierentransplantate: Eine Lebendspende oder ein Organ eines gerade Verstorbenen. Die Lebendspende kann von einem Familienmitglied oder (in einigen Ländern) auch von jemandem außerhalb der Verwandtschaft stammen. Die Spender dürfen weder gesundheitliche Probleme noch Infektionen aufweisen.

Eine Leichenniere wurde einem gerade Verstorbenen entnommen. Diese Person oder dessen Familie hat vorher eine Erlaubnis zur Organentnahme gegeben. Ca. 80 % aller Nierentransplantate stammen derzeit von Leichen. Die Niere wird der Person auf der Transplantationswarteliste angeboten, deren Blutgruppe und Gewebetyp am besten mit dem Transplantat übereinstimmen.

Zunächst muss derjenige, der spenden will, mit dem Nephrologen sprechen. Ob die Person als Spender in Frage kommt ist abhängig davon

a) ob sie zwei eigene gesunde Nieren hat
b) ob die Niere zu Ihnen passt
c) ob der Spender gesund ist

Der potenzielle Spender wird genauestens untersucht, um sicherzustellen, dass das Organ auch wirklich passt. Der Spender hält sich nach der Operation noch für ca. 5 - 7 Tage im Krankenhaus auf. Danach sollte er noch 1 - 2 Wochen zu Hause und 1 - 2 Monate ohne schwere körperliche Anstrengung einplanen. Dem Spender verbleibt eine gesunde Niere, die in der Regel lebenslang für alle Funktionen ausreicht.

Das Immunsystem des Körpers schützt uns normalerweise vor Infektionen und Erkrankungen durch Erkennung und Bekämpfung von körperfremden Stoffen, wie beispielsweise Bakterien und Viren. Leider erkennt das Immunsystem auch eine transplantierte Niere als Fremdkörper und möchte ihn bekämpfen. Diese Reaktion wird als “Abstoßung” bezeichnet und verhindert ein ordnungsgemäßes Arbeiten der Niere. Das Transplantationsteam wird daher regelmäßig Ihre Blutwerte untersuchen und stellt die Dosis Ihrer Medikamente entsprechend ein. Stellt der Patient die Einnahme der verschriebenen immunsuppressiven Medikamente ein oder nimmt sie nicht regelmäßig, kann das irreversible Schäden und den Verlust des Transplantates bedeuten.

Falls Ihr Körper das Nierentransplantat abstößt, werden Ihnen Steroide und immunsuppressive Medikamente in höheren Dosen als gewöhnlich verabreicht. Die immunsuppressiven Medikamente “blockieren” das Immunsystem und verhindern eine Abstoßung. Die meisten Abstoßungsreaktionen können also medikamentös behandelt werden und ein weiteres Funktionieren der Niere kann gewährleistet werden. 90 bis 95 % der Abstoßungsreaktionen können so verhindert werden. Dennoch gehen 10 - 15 % der Transplantate durch Abstoßung verloren. Falls die transplantierte Niere völlig abgestoßen wurde, müssen Sie zur Dialyse zurückkehren und auf ein anderes Transplantat warten. Die ersten drei Monate nach einer Transplantation sind die schwierigste und unsicherste Zeit. Während dieser Phase erhalten viele Patienten ein spezifisches Medikament in Kombination mit anderen Medikamenten, um eine Abstoßungsreaktion zu verhindern. Abgesehen von den Medikamenten, die regelmäßig eingenommen werden, kann der Patient aktiv bei seiner Pflege und beim Schutz vor Infektionen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringern.

Solange Sie die transplantierte Niere haben, müssen Sie die immunsuppressiven Medikamente täglich oral einnehmen, um eine Abstoßung zu verhindern. Es ist sehr wichtig die korrekte Dosierung einzuhalten. Nachdem Sie vom Krankenhaus nach Hause kommen, müssen Sie weiterhin regelmäßig den Arzt aufsuchen. Dieser wird Ihre Nierenfunktion überprüfen und Ihre immunsuppressive Medikamentendosierung einstellen. Stellt der Patient die Einnahme der verschriebenen immunsuppressiven Medikamente von sich aus ein, führt dies mit großer Wahrscheinlichkeit zum Verlust der Niere.

Sie werden die Klinik in den ersten drei Monaten nach der Transplantation einmal wöchentlich, in den darauf folgenden 6 Monaten einmal im Monat, besuchen. Ihr Arzt überprüft Ihre Nierenfunktion und die Dosis der immunsuppresiven Medikamente. Es liegt in der Selbstverantwortung des Patienten, die Medikamente täglich und solange zu nehmen, wie die Spenderniere im Organismus bleibt.

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