Fragen und Antworten: Leben mit chronischem Nierenversagen

Lebensqualität trotz Dialyse

Gereiztheit, Nervosität, Launenhaftigkeit, Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Depressionen, Wut und geringere körperliche Leistungsfähigkeit können eine Folge der Ansammlung von Giftstoffen im Körper sein. Selbst nachdem Sie mit der Dialyse begonnen haben und die Giftstoffe aus Ihrem Blut entfernt worden sind, ist ein Auftreten einer solchen emotionalen Reaktion völlig normal, z. B. die Sorge um die Zukunft oder Ablehnung der Krankheit, Wut, Depressionen oder andere gefühlsmäßige Überreaktionen. Es ist wichtig für Sie, dass Sie diese Gefühle ausdrücken, um Ihre Krankheit akzeptieren zu können.

Es gibt keinen Zweifel daran: Ihre Nierenerkrankung hat Einfluss auf alle Ihre Familienangehörigen und Sie könnten eine der nachstehenden Erfahrungen machen. Zunächst werden Sie mehr auf die Familie angewiesen sein, was sicher sehr schwer zu akzeptieren ist. Dennoch ist es sehr wichtig, dass Ihre Familie Sie nicht als Schwerkranken behandelt, der sich nicht selbst versorgen kann. Dies könnte unter Umständen auch Beziehungsprobleme verursachen.

Lernen Sie so viel wie möglich über Ihre Erkrankung. Wenn Sie den Nutzen von Ernährungsempfehlungen, Medikamenten und Dialysebehandlung verstehen, dann stellen Sie fest, dass Sie mehr Kontrolle über sich haben und Ihren neuen Lebensstil besser annehmen können. Insbesondere, wenn Sie bereits nach einiger Zeit Routine in Ihrer Behandlung gewonnen haben. Ebenso wichtig ist es, dass Sie möglichst viele der Tätigkeiten wieder aufnehmen, die Sie vor der Erkrankung ausübten. Die Rückkehr zu alten Gewohnheiten hilft Ihnen, wieder ein Gefühl der “Normalität” zu empfinden. Dennoch könnten Sie sich gelegentlich allein fühlen. In solchen Fällen sollten Sie nicht zögern mit Ihrer Familie, Ihrem Arzt, dem Pflegepersonal und anderen Mitgliedern des nephrologischen Teams offen über Ihre Sorgen zu sprechen.

Die Nierenerkrankung verändert häufig das Verlangen nach sexueller Intimität. Bei Männern kann es zu Impotenz oder Erektionsschwäche kommen. Frauen können Schwierigkeiten mit der sexuellen Stimulation haben. Bei einigen Männern und Frauen kann das sexuelle Interesse nachlassen, was eine Partnerschaft enorm belasten kann. Es ist daher wichtig, dass Sie über diese Probleme mit Ihrem Partner, dem Arzt, der Krankenschwester oder anderen Menschen Ihres Vertrauens sprechen. Nur so sind solche Schwierigkeiten lösbar.

weiter zu Fragen und Antworten "6. Ernährungsempfehlungen"