Fragen und Antworten: Ernährungsempfehlungen

Ernährungsempfehlungen: Abendessen

Gereiztheit, Nervosität, Launenhaftigkeit, Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Depressionen, Wut und geringere körperliche Leistungsfähigkeit können eine Folge der Ansammlung von Giftstoffen im Körper sein. Selbst nachdem Sie mit der Dialyse begonnen haben und die Giftstoffe aus Ihrem Blut entfernt worden sind, ist ein Auftreten einer solchen emotionalen Reaktion völlig normal, z. B. die Sorge um die Zukunft oder Ablehnung der Krankheit, Wut, Depressionen oder andere gefühlsmäßige Überreaktionen. Es ist wichtig für Sie, dass Sie diese Gefühle ausdrücken, um Ihre Krankheit akzeptieren zu können.

Die meisten Abbauprodukte und überschüssigen Flüssigkeiten in Ihrem Blut stammen aus den Nahrungsmitteln, die Sie zu sich nehmen. Das Einhalten Ihrer Ernährungsempfehlung bereits im Frühstadium der Nierenerkrankung, kann das  Fortschreiten des Nierenversagens verlangsamen und Ihnen helfen, die durch die Erkrankung verursachten Probleme besser in den Griff zu bekommen. Nach Beginn der Dialysebehandlung führt eine genaue Einhaltung der Empfehlungen zu einem besseren Wohlbefinden. Ihr Arzt oder ein Ernährungsberater  wird Sie anleiten und Ihnen beim Aufstellen eines Ernährungsplanes helfen, der die für Sie richtigen Mengen an Nährstoffen und erlaubten Nahrungsmittel enthält.

Dies ist sehr individuell. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Dialyseteam über Ihre spezielle Situation.
Themen in der Dialyse sind: Eiweiß - Natrium- Phosphat - Flüssigkeit- Kalium - Vitamine und Spurenelemente.

Es gibt zwei Arten von Eiweißen:

  1. tierisches Eiweiß: das in Milch, Fleisch, Fisch, Geflügel und Eiern enthalten ist und

  2. pflanzliches Eiweiß: das in Gemüse, Teigwaren und Getreideprodukten vorkommt.


Sie brauchen beide Arten von Eiweiß - aber in den richtigen Mengen. Welche Mengen für Sie die richtigen sind, werden Sie von Ihrem Ernährungsberater oder Ihrem Arzt erfahren.

Phosphat ist ein Mineral, das sich zur Kräftigung der Knochen und Zähne im Körper mit Kalzium verbindet. Wenn die Nieren erkranken, kann der Körper Kalzium nicht mehr richtig verwerten oder Phosphor ausscheiden. Als Konsequenz dessen, versucht der Körper dies durch Kalziumentzug aus den Knochen auszugleichen. Wird dies nicht behandelt, werden die Knochen weich. Ein Symptom für zu viel Phosphor kann Juckreiz sein. Deshalb muss die Phosphataufnahme über die Nahrung kontrolliert werden. Phosphor kommt in fast allen Nahrungsmitteln vor. Besonders jedoch in Milch, Käse, getrockneten Bohnen, Leber, Nüssen und Fertigprodukten. Da die Zufuhr von Phosphor nicht völlig zu vermeiden ist, wird Ihr Arzt Ihnen “Phosphatbinder” verschreiben. Diese Medikamente werden zu den Mahlzeiten eingenommen. Sie binden das Phosphat und verhindern die Aufnahme im Blut. Das “gebundene” Phosphat verlässt den Körper über den Stuhl. Dadurch werden Kalzium- und Phosphatspiegel im Normalbereich gehalten. Es ist wichtig, diese Medikamente bei jeder phosphathaltigen Mahlzeit einzunehmen.

Kalium ist ein Mineral, das in allen Nahrungsmitteln vorkommt. Infolge des Nierenversagens sammelt es sich in Ihrem Körper an. Ein erhöhtes Kalium ist gefährlich, da dies einen unregelmäßigen Herzschlag oder sogar einen Herzstillstand verursachen kann. Die Hauptquellen des Kaliums sind Früchte, Gemüse, Schokolade und Salzersatzstoffe.

Natrium ist ebenfalls ein Mineral, das in allen Nahrungsmitteln enthalten ist. Der Gehalt an Natrium ist in bearbeiteten Lebensmitteln am höchsten. 40 % des Tafelsalzes bestehen aus Natrium. Wenn Sie zu viel Natrium aufnehmen, werden Sie durstig und nehmen mehr Flüssigkeit zu sich. Dieses überschüssige Wasser sammelt sich in Ihrem Körper an. Natrium spielt außerdem bei der Blutdruckregulierung eine wichtige Rolle. Daher sollten Sie die Natriumaufnahme über Ihre Nahrungsaufnahme reduzieren oder kontrollieren.

Wenn Ihre Nierenfunktion abnimmt, scheiden Sie weniger Urin aus und Flüssigkeit sammelt sich in Ihrem Körper an. Bevor Sie mit der Dialyse beginnen, wird diese angesammelte Flüssigkeit durch von Ihrem Arzt verschriebene harntreibende Mittel ausgeschieden. Aber wenn Sie zu viel trinken oder mehr als durch die Dialyse entfernt werden kann, sammelt sich diese Flüssigkeit in Ihrem Körper an. Hände und Füße schwellen an, Sie nehmen zu oder leiden an Kurzatmigkeit. Ihr Blutdruck kann ebenfalls ansteigen. Ihr Arzt wird in regelmäßigen Abständen Ihren Blutdruck kontrollieren und kann dabei feststellen, ob Sie zu viel Flüssigkeit in Ihrem Körper haben. Er oder Ihr Ernährungsberater wird Ihnen auch mitteilen, wie viel Flüssigkeit Sie trinken dürfen.

Ihr Ernährungsberater wird mit Ihnen einen Plan ausarbeiten, um die richtige Mischung an Nahrungsmitteln zusammenzustellen. Er berät Sie hinsichtlich Größe der Portionen und der Nahrungsmittel, die zu vermeiden sind. Wenn Sie gelernt haben mit diesen Empfehlungen umzugehen, ist es leicht für Sie, das Essen richtig zusammenzustellen, unabhängig davon, ob Sie zu Hause oder in einem Restaurant speisen.