Aus der Wissenschaft

Infektionen bei PD vs. HD

Das Risiko für Infektionen im Rahmen der Peritonealdialyse (PD) konnte im Verlauf der letzten Jahre in vielen Ländern deutlich gesenkt werden. So zeigt der Jahresbericht vom United States Renal Data System (USRDS) zur Situation von Patienten mit Nierenerkrankungen in den USA, dass die Zahl neu aufgetretener Bauchfellentzündungen zwischen 1993 und 2005 um 35 % abgesunken ist.

Bei Hämodialysepatienten stieg die Zahl katheterbedingter Infektionen im gleichen Zeitraum hingegen an.

Immer weniger Peritonealdialysepatienten müssen aufgrund von Infektionen ins Krankenhaus eingewiesen werden – mittlerweile sogar weniger als Hämodialysepatienten:

Durch sorgfältiges steriles Arbeiten können viele Infektionen verhindert werden. Besonderes Augenmerk gilt hier der Katheteraustrittsstelle, wo sich Krankheitserreger ansiedeln und zu einer Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) führen können.

Dialysat und Katheteraustrittsstelle sollten immer sorgfältig kontrolliert werden. Bei Auffälligkeiten wie nässender
Katheteraustrittsstelle, Trübung des Dialysats oder Schmerzen ist ein sofortiger Kontakt mit dem behandelnden Nephrologen ratsam.

Er kann frühzeitig eine Antibiotikatherapie einleiten und damit eine weitere Ausbreitung der Bakterien verhindern.

Innerhalb eines Vergleichs zwischen Peritonealdialyse- und Hämodialysepatienten zeigte sich hinsichtlich der Häufigkeit von Infektionen kein deutlicher Unterschied zwischen beiden Patientengruppen. Hämodialysepatienten litten besonders häufig während der ersten 90 Tage nach Dialysebeginn unter Infektionen am Gefäßzugang mit Ausbreitung der Infektion auf den Blutkreislauf (Bakteriämie). Für PD-Patienten veränderte sich das Risiko für Bauchfellentzündungen über die Zeit hingegen nicht.

Die Sorge vor der Möglichkeit einer Bauchfellentzündung ist bei Patienten immer noch weit verbreitet. Die hier vorgestellten Untersuchungen zeigen aber, dass das Infektionsrisiko für Peritonealdialysepatienten immer mehr gesenkt werden konnte und dass das Erkrankungsrisiko im Verlauf der Behandlung nicht weiter ansteigt.

 

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