Peritonealdialyse - Apparative PD ist häufig eine Alternative

Für einige Patienten ist der manuelle Beutelwechsel nicht die optimale Alternative – z. B. weil der Arbeitsplatz nicht die notwendigen hygienischen Verhältnisse bietet oder weil sie aus persönlichen Gründen den Beutel nicht so häufig selbst wechseln können oder wollen. Das bedeutet aber nicht, dass für diese Patienten die Bauchfelldialyse keine Therapieoption wäre. Ganz im Gegenteil: In diesen Fällen ist immer auch die apparative Peritonealdialyse eine Möglichkeit – so wie bei Hannelore Glasmacher (63) aus Düsseldorf.

Vor einigen Jahren wurde bei Hannelore Glasmacher jeweils eine Zyste in beiden Nieren diagnostiziert, zunächst einmal kein Grund zur Sorge, aber regelmäßige Kontrollen wurden trotzdem notwendig, um Veränderungen schnell zu bemerken. Die Zysten wurden in den folgenden Jahren engmaschig überwacht. Bereits zwei Jahre später erreichte die Zystenbildung dann aber ein kritisches Maß – die Dialysepflicht rückte immer näher. „Das war natürlich erstmal ein Riesenschock“, erinnert sich Hannelore Glasmacher heute. „Ich war zwar vorbereitet, dass meine Nieren aufgrund der Zysten vielleicht irgendwann nicht mehr optimal funktionieren, aber das kam jetzt doch recht schnell.“

Vorbildliche Information in der Uniklinik
Mit der Aufklärung über die Dialyse und ihre verschiedenen Ausprägungen war sie aber dann sehr zufrieden: „In der Uniklinik hat man mich über beide Therapieformen Hämodialyse und Bauchfelldialyse informiert.“ Für Hannelore Glasmacher ein positiver Aspekt: „Man hat dort die Entscheidung wirklich mir selbst überlassen und mich sehr ausführlich über die Vor und Nachteile beider Dialysearten informiert. Das fand ich wirklich gut, denn ich hatte schon öfters gehört, dass manche Ärzte eine bestimmte Dialyseform evorzugen und ihren Patienten fast schon vorschreiben, was zu tun ist. Das hat für mich aber nichts mit unvoreingenommener Information zu tun. Schließlich muss ich mit der Dialyse leben, nicht mein Arzt.“
Ihre Wahl fiel – nach Beratung mit ihrer Familie – auf die Bauchfelldialyse: „Das war mir eigentlich von Anfang an klar.

Als ich meine Nierenpunktion hatte, bin ich im Dialysezentrum lediglich an der HD-Station vorbeigelaufen und wusste direkt: Das ist überhaupt nichts für mich. Alle zwei Tage einen halben Tag in der Dialyse verbringen – das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.“ Im April 2006 ging es dann los mit der manuellen Peritonealdialyse: Der Katheter wurde implantiert, noch in der Klinik folgte die ausführliche Schulung. Von Anfang an zeigte sich, dass Hannelore Glasmacher völlig angstfrei und nach kurzer Zeit bereits sehr routiniert mit der ungewohnten Situation umging. Die manuellen Beutelwechsel wurden von zunächst 4 Mal täglich auf 3 Mal und schließlich 2 Mal täglich reduziert, zuletzt musste die Zahl der Beutelwechsel aber wieder auf 4 Mal angehoben werden. „Das kam mir dann in meinem Tagesablauf ehrlich gesagt etwas in die Quere“, lacht Hannelore Glasmacher heute. „Ich bin wohl einfach zur aktiv und zu viel unterwegs und konnte mich an diese häufigen Beutelwechsel einfach nicht gewöhnen.“

Die Ärzte schlugen einen Wechsel zur cyclergestützten PD vor. Seitdem dialysiert sich die Patientin nun pro Nacht rund 4,5 – 5 Stunden. „Meistens schaffe ich das von sieben Uhr abends bis zwölf Uhr nachts, also noch vor dem Schlafengehen. Und ganz ehrlich gesagt: In der Zeit sitzt man ja meist sowieso herum, daher konnte ich die Dialyse jetzt prima in den Tagesablauf integrieren. Seit fünf Jahren steht sie nun schon auf der Transplantationsliste, trotzdem bleibt sie positiv: „Ich glaube, das Geheimnis ist, alles nicht so schwer zu nehmen. Klar bin ich nicht ganz gesund, aber ich kann das nun mal nicht ändern und man muss doch trotzdem versuchen, so gut es geht weiterzuleben.“

Cyclergestützte PD wird im Normalfall über Nacht mit einer Behandlungszeit von ungefähr 8 Stunden betrieben.

 

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